

ich werde recht frueh durch das Rascheln der Pilger wach. Hier herrscht ein anderer rythmus und die meisten stehen schon um 6Uhr morgens auf um sich einen guten Platz in der naechsten herberge zu erhaschen, mich laesst das echt kalt – hab immer noch mein Zelt parat.
Heut morgen treffe ich Thorsten und Claudia, beiden haben sich ganz schoen den Arsch aufgerissen, um ihren urlaub gemeinsam fuer 5 Wochen zu buchen. Es war nicht einfach und die Arbeitskollegen haben sich teilweise echt nicht kooperativ gezeigt, aber nun sind sie auf den Weg und heilfroh darueber. Zwar haben sie ein knappes Zeitfenster, wollen es aber trotzdem bis nach Finisterre schaffen.
Gemeinsam mit ihnen komme ich in Logrono an. Sie werden diesmal sich eine Pension goennen, da ists ruhiger und sie sind unter sich. Ich meine dies sei zwar nicht im Pilgersinn aber goenne es ihnen trotzdem.
ich moechte in die Stadtherberge, noch 2 Plaetze wird mir entgegengeschriehen und ich sehe die enttaeuschten gesichter, des hinter mir ankommenden barsil. Paarchens. Ich goenne Ihnen den Vortritt, sie strahlen und sind mir sehr dankbar. Ich hab ja immerhin noch mein Zelt.
Auf der Suche nach einer anderen Herberge treffe ich Carmen, sie hat meine Kamera auf dem Weg gefunden, hab ich wohl beim kurze Hose umziehen verloren, ich bin recht dankbar – all meine Fotos sind darauf zu finden. Es waeren sonst kaum Erinnerungen… Da die Herberge geschlossen ist, wollen sie sich in einer Pension niederlassen, ich komme mit, der Preis von 25 Euro laesst mich jedoch absagen. Ich gehe zurueck zur alten Herberge und moechte dort nach einer Ausnahme fragen, wueder schon gern die Nacht hier verbringen. In der groesseren Stadt gibt es einiges zu sehen. Aber das laesst die Hospitalieros kalt, sie lassen sich durch nichts erwaermen, auch nicht als ich ihnen sage, dass ich kein Bett brauche und auch sonst alles mithabe um auf kaeltesten Boden zu schlafen.
Also moechte ich weiterziehen, aber zuvor fuell ich meine Wasserflasche auf. Ein Filmteam steht neben dem Wasserhahn und macht gerade Interviews mit den Pilgern daneben, ich stoere sie wohl ein wenig und sie gucken mich ein wenig boese an. Als ich jedoch die Flasche einpacken will, kommt der Filmkoordinator zu mir und fragt, ob ich fuer eine Szene meine Flasche noch einmal nachfuellen kann. Sie machen eine Dokumentation ueber Wasser fuer das japanische Fernsehen und ihnen hat der moment am Brunnen gerade gefallen. Ich lass mich nicht lumpen und tue, was sie wollen. Dann gucken sie verbluefft auf meine Schuhe und stellen mir ein paar Fragen, was ich mache, wie ich dazu komme den Jakobsweg zu gehen, wie ich meine Flasche gebrauche und welche Vorteile die lustig wirkenden Schuhe haben. Ich erzaehle ihnen alles, und das bis in jedes Detail, die Kamera lauft mit. Sie sind am Ende sogar so begeistert, dass sie ein paar Szenen mit mir in der Bar drehen wollen und bieten mit ein Abendessen und Gratis Getraenke an. Da kann ich natuerlich nicht absagen und bin dabei.
In der Bar gibt es 2 schnuckelige Maedels, die wie gerufen kommen. Eine Szene ist, wie ich in die Bar gehe, der Rest ergibt sich von selbst, da ich mich mit den Maedels kurschliesse und Smalltalk halte, die Kamera nimmt jedes Detail auf und ich geb den Maedels auf deren Kosten Bier und Tapas aus. Wir schwaetzen und lachen, mir gefaellts und dabei geb ich nicht einen Penny aus.
Dann kommt der Koordinator ploetzlich auf mich zu, bedankt sich und zieht mit dem Film davon, die Rechnung sei bezahlt und “alles im Kasten”. Nur ich noch nicht, denn ich suche noch ein Plaetzchen zum Schlafen. Die Maedels wohnen leider bei ihren Eltern, das ist hier in Spanien so ueblich und das sogar im Schnitt ziemlich lange, teilweise sitzen sie im Alter von 35 noch mit der Mutter am Esstisch. Also lass ich mich von ihnen noch zum Camino bringen, dort verabschieden wir uns.
Dann treff ich noch einmal das Filmteam und Pawel, der Koordinator meint, er habe die Idee und ist sehr dankbar mich noch einmal zu treffen. Er moechte mich beim Zeltaufbau filmen und am naechsten morgen, wie ich einpacke und gen Sonnenaufgang weiterziehe, ich willige ein, hab ja nix zu verlieren. Doch dann streikt der Kameramann, ihm ist das alles zu spontan und er moechte im Hotel, statt auf dem Feld uebernachten. So werd ich gefragt, ob ich die Nacht nicht im Hotel verbringen mag, es gebe dann noch einmal Abendessen und Fruehstueck, ich lass mich drauf ein, es kommt mir soweiso gerade wie gerufen. Obwohl ich den Kompfort des Hotels nicht gerade bevorzuge lasse ich mich fuers japanische Fernsehen aufnehmen. Sie ich sei mit insg. 5 Minuten in der Doku zum Star des programm-Abends. Wers glaubt wird selig denk ich und geniesse die heisse Dusche vor dem Einschlafen. All for free!
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